Online Lesekreis:
Eva von Redecker – Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus
Wir spüren es überall: Ein neuer, unerbittlicher Drang nach Härte ergreift unsere Gesellschaft. Die Fronten verhärten sich, der Ton wird rauer, und autoritäre, ja faschistoide Fantasien entfalten plötzlich wieder eine erschreckende Anziehungskraft. Warum ist das so?
In ihrer bahnbrechenden Gegenwartsanalyse geht die Philosophin Eva von Redecker genau dieser Frage auf den Grund. Sie zeigt auf, dass diese grassierende Sehnsucht nach Härte kein historischer Zufall ist, sondern tief mit der Erschöpfung unseres Systems, den ungelösten Krisen des Neoliberalismus und der globalen Klimakatastrophe zusammenhängt.
Um zu verstehen, was gerade mit unserer Demokratie und unserem Miteinander passiert, müssen wir unseren Blick schärfen und völlig neu definieren, was Faschismus im 21. Jahrhundert eigentlich bedeutet.
In unserem neuen Lesekreis wollen wir uns diesem aufrüttelnden und hochaktuellen Buch widmen. Gemeinsam lesen wir es in vier gut bewältigbaren Etappen.
Unsere 4 Leseetappen im Überblick
14.7. Etappe 1: Die Rückkehr der Härte und die Energie der Endzeit (Seite 9 – 71)
In unserer ersten Etappe beginnen wir mit dem Kapitel „Ausverkauf der Symbole oder warum wir einen Begriff des Faschismus brauchen“.
Wir lesen uns durch das „Land der Ungleichzeitigkeit“.
Den Abschluss dieses Blocks bildet das Kapitel „Energie der Endzeit“.
Impulsfrage: Warum brauchen wir heute überhaupt wieder einen aktuellen Begriff des Faschismus, und inwiefern spüren wir diese „Endzeit-Energie“ in unserem eigenen Alltag?
21.7. Etappe 2: Neoliberalismus, Kapitalismus und der Bruch des Rechts (Seite 72 – 131)
Die zweite Etappe startet provokant mit dem Kapitel „»WER ABER VOM KAPITALISMUS NICHT REDEN WILL ...«“.
Anschließend beschäftigen wir uns mit „Die Unzeit nach dem Neoliberalismus“.
Zuletzt für diese Sitzung lesen wir „Rechtsbrechender Liberalismus“.
Impulsfrage: Wie bereiten die tiefen Risse im kapitalistischen System und das Ende des Neoliberalismus den Nährboden für rechtsextreme und verhärtete Ideologien?
4.8. Etappe 3: Entfremdung, Techfaschismus und die Psychologie der Härte (Seite 132 – 185)
Wir starten in den dritten Block mit „Verflixung oder die Tyrannei des Niemands“.
Danach wenden wir uns hochaktuellen technologischen Entwicklungen zu im Kapitel „Techfaschismus als Geschäft mit der Gedankenlosigkeit“.
Wir schließen mit der psychologischen Dimension in „Projektion und Hohn: die Seele des Faschismus“.
Impulsfrage: Welche Rolle spielen Algorithmen, soziale Medien und unsere eigene Gedankenlosigkeit bei der zunehmenden Abstumpfung und Verhärtung der Gesellschaft?
11.8. Etappe 4: Besitzansprüche, Klimakrise und wie wir widerstehen können (Seite 186 – 242)
Unsere letzte Etappe beginnt mit der Analyse „Der possessive Charakter und seine Lustideologien“.
Wir beleuchten die untrennbare ökologische Dimension im Kapitel „Keine Bleibe, nirgends: faschistisches Klima als Naturgewalt“.
Zuletzt suchen wir nach Hoffnung und Handlungsmöglichkeiten im abschließenden Kapitel „Eingedenken und Gegenstrategien“.
Impulsfrage: Welche konkreten Gegenstrategien und Formen der Solidarität können wir dieser allgegenwärtigen „Härte“ im Alltag entgegensetzen?
Sei dabei! Du musst das Buch nicht vorab studiert haben – die Freude am gemeinsamen Denken, Hinterfragen und Diskutieren steht im Vordergrund.
Wir verwenden die gebundene Ausgabe von S. Fischer Verlag.